Mittwoch, 10. Juni 2009

Abdullah Ibrahim in Yoshi's Jazzclub

Am Sonntag war ich in Yoshi's Jazzclub in San Francisco bei einem Konzert des suedafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim. Umesh, mein indischer Kollege, war auch mit. Das war mein erstes Jazzkonzert in den USA seit ich hier hin gezogen bin, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Fahrt in die Stadt (sprich: San Francisco) mit Fahrrad, Bahn und Bus einen nicht unerheblichen Zeitaufwand bedeutet. In Amsterdam war ich im Schnitt zweimal pro Woche im Bimhuis, aber da waren es auch nur 20 Minuten mit dem Fahrrad.


Das Konzert war fantastisch, Abdullah Ibrahim spielte zwei lange Improvisationen mit vielen Themen aus seinen vielen Kompositionen. Etwas stoerend waren nur die Kellner, die die ganze Zeit Essen und Getraenke servierten. Da ist das Bimhaus doch besser, Restaurant und Konzerthalle sind dort getrennt. Schliesslich gehe ich zu einem Konzert, um Musik zu hoeren und nicht um zu essen, jedenfalls nicht waehrend des Konzerts.

Abdullah Ibrahim habe ich vor ziemlich genau fuenf Jahren in Passau zum ersten Mal gesehen. Damals sind wir nach dem Konzert mit einer kleinen Gruppe von Leuten (ich war mit dem Konzertveranstalter befreundet) mit Abdullah Ibrahim in einem indischen Restaurant essen gegangen. Das Restaurant war eigentlich schon geschlossen, aber der Inhaber hat extra fuer uns noch gekocht. Abdullah Ibrahim erzaehlte Anekdoten aus dem taeglichen Leben in Suedafrika, etwa wie zwei einen dritten im Rollstuhl in ein Amt schoben um die Rente fuer alle drei zu kassieren, und der Beamte bei naeherer Betrachtung des Rollstuhlinsassen feststellte: "Der ist doch schon tot!"