Sonntag, 20. September 2009
Das Ende eines amerikanischen Waeschestaenders
Nachdem mein amerikanischer Waeschestaender schon einmal unter der Last einer mittleren Waschmaschinenladung kollabiert war, hat er heute entgueltig seinen Geist aufgegeben. Das wacklige Gestell aus Holzleisten und Plastikstaeben war dem Gewicht nasser Waesche einfach nicht mehr gewachsen. Aber wozu ist ein Waeschestaender denn sonst da, als nasse Waesche zu tragen, um sie moeglichst grossflaechig mit Luft in Kontakt zu bringen? Anstatt mit Wind- und Sonnenenergie zu trocknen, die hier in Kalifornien fast unbegrenzt zur Verfuegung steht, gehe ich jetzt wieder den amerikanischen Weg und verwende einen Trockner, der eine Menge elektrischer Energie verbraucht.
Mittwoch, 12. August 2009
Washington, DC, August 2009
Kuerzlich war ich in an der Ostkueste, in Washington, DC, da wo der amerikanische Praesident sitzt. Das ist jetzt auch schon wieder einige Tage her, aber ich bin einfach nicht frueher dazu gekommen, darueber zu berichten, unter anderem weil mein Laptop kaputt war. Hier darum ein Kurzbericht:
Donnerstag, 30. Juli: Flug von SFO nach Washington DCA Ronald Reagan National Airport mit Northwest Airlines ueber Minneapolis. Am Abend vorher hatte ich mir was indisches gekocht (gruene Bohnen) und das war gut so, denn die Restaurants auf dem Flughafen in Minneapolis sind schrecklich.
In DC ist es um die Zeit sehr warm und schwuel. Ich wohne bei Pati, die frueher bei Cataphora in der Personalabteilung gearbeitet hat. Erster Eindruck der Kneipen- und Livemusikszene: Madam's Organ im Stadteil Adams Morgan. Es spielt die Johnny Artis Band. Mann, so einen genialen Funk habe ich lange nicht mehr gehoert. Diese Jungs sind unglaublich gut.
Freitag: Hiromi im Jazzclub Blues Alley. Hiromi ist eine unglaubliche Pianistin. Ich hatte sie mit derselben Band schon letztes Jahr in Amsterdam im Bimhuis gehoert, aber das Konzert hier gefiel mir besser (weniger Standards), obwohl der Sound hier nicht so gut war.
Samstag: Progressive Nation mit Scale the Summit, Bigelf, Queensryche, Zappa plays Zappa und Dream Theater. Der eigentliche Anlass dieses Kurzurlaubes! Das Konzert ist im Merriweather Post Pavillion in Columbia, MD, etwa eine halbe Stunde Autofahrt von DC. Da Pati gerade eine Woche vorher ihre Brieftasche mitsamt Fuehrerschein auf einem Marktstand hat liegen lassen, muss ich fahren. Scale the Summit und Bigelf sind fantastisch, Zappa plays Zappa erwartungsgemaess sehr gut, bei Dream Theater ist leider der Sound nicht allzu gut.
Sonntag: Second hand Buchlaeden, Plattenlaeden; Jazzworkshop in der Columbia Station, Jamsession mit freiem Eintritt.
Montag: Kein Konzert, dafuer Museen: National Air and Space Museum und Hirshhorn Museum, Gallary of Modern Art. Der Eintritt zu allen Museen ist frei. Spaeter am Nachmittag dann noch am weissen Haus und am Kapitol vorbeigelaufen. Und eine Hitze! Die Wachleute vor dem Kapitol taten mir schon etwas leid...
Dienstag: Bin zu spaet am Flughafen (nachmittags um vier) und verpasse meinen Flug! Naechste Flugmoeglichkeit nach San Francisco mit meinem Ticket am naechsten Tag, aber nur als Standby, mit der Aussicht, in Detroit stecken zu bleiben. Also beschliesse ich, noch eine Nacht in DC zu verbringen und kaufe ein neues Ticket von Southwest Airlines fuer Mittwoch.
Mittwoch: Bin rechtzeitig am Flughafen, erfahre dass der Flug ueberbucht ist, melde mich als Freiwilliger um meinen Platz aufzugeben, werde auf einen spaeteren Flug umgebucht (ueber Los Angeles) und erhalte als Entschaedigung einen Gutschein mit meinem Ticketpreis und $200 extra. Um halb sieben bin ich dann wieder in San Francisco.
Donnerstag, 30. Juli: Flug von SFO nach Washington DCA Ronald Reagan National Airport mit Northwest Airlines ueber Minneapolis. Am Abend vorher hatte ich mir was indisches gekocht (gruene Bohnen) und das war gut so, denn die Restaurants auf dem Flughafen in Minneapolis sind schrecklich.
In DC ist es um die Zeit sehr warm und schwuel. Ich wohne bei Pati, die frueher bei Cataphora in der Personalabteilung gearbeitet hat. Erster Eindruck der Kneipen- und Livemusikszene: Madam's Organ im Stadteil Adams Morgan. Es spielt die Johnny Artis Band. Mann, so einen genialen Funk habe ich lange nicht mehr gehoert. Diese Jungs sind unglaublich gut.
Freitag: Hiromi im Jazzclub Blues Alley. Hiromi ist eine unglaubliche Pianistin. Ich hatte sie mit derselben Band schon letztes Jahr in Amsterdam im Bimhuis gehoert, aber das Konzert hier gefiel mir besser (weniger Standards), obwohl der Sound hier nicht so gut war.
Samstag: Progressive Nation mit Scale the Summit, Bigelf, Queensryche, Zappa plays Zappa und Dream Theater. Der eigentliche Anlass dieses Kurzurlaubes! Das Konzert ist im Merriweather Post Pavillion in Columbia, MD, etwa eine halbe Stunde Autofahrt von DC. Da Pati gerade eine Woche vorher ihre Brieftasche mitsamt Fuehrerschein auf einem Marktstand hat liegen lassen, muss ich fahren. Scale the Summit und Bigelf sind fantastisch, Zappa plays Zappa erwartungsgemaess sehr gut, bei Dream Theater ist leider der Sound nicht allzu gut.
Sonntag: Second hand Buchlaeden, Plattenlaeden; Jazzworkshop in der Columbia Station, Jamsession mit freiem Eintritt.
Montag: Kein Konzert, dafuer Museen: National Air and Space Museum und Hirshhorn Museum, Gallary of Modern Art. Der Eintritt zu allen Museen ist frei. Spaeter am Nachmittag dann noch am weissen Haus und am Kapitol vorbeigelaufen. Und eine Hitze! Die Wachleute vor dem Kapitol taten mir schon etwas leid...
Dienstag: Bin zu spaet am Flughafen (nachmittags um vier) und verpasse meinen Flug! Naechste Flugmoeglichkeit nach San Francisco mit meinem Ticket am naechsten Tag, aber nur als Standby, mit der Aussicht, in Detroit stecken zu bleiben. Also beschliesse ich, noch eine Nacht in DC zu verbringen und kaufe ein neues Ticket von Southwest Airlines fuer Mittwoch.
Mittwoch: Bin rechtzeitig am Flughafen, erfahre dass der Flug ueberbucht ist, melde mich als Freiwilliger um meinen Platz aufzugeben, werde auf einen spaeteren Flug umgebucht (ueber Los Angeles) und erhalte als Entschaedigung einen Gutschein mit meinem Ticketpreis und $200 extra. Um halb sieben bin ich dann wieder in San Francisco.
Mittwoch, 10. Juni 2009
Abdullah Ibrahim in Yoshi's Jazzclub
Am Sonntag war ich in Yoshi's Jazzclub in San Francisco bei einem Konzert des suedafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim. Umesh, mein indischer Kollege, war auch mit. Das war mein erstes Jazzkonzert in den USA seit ich hier hin gezogen bin, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Fahrt in die Stadt (sprich: San Francisco) mit Fahrrad, Bahn und Bus einen nicht unerheblichen Zeitaufwand bedeutet. In Amsterdam war ich im Schnitt zweimal pro Woche im Bimhuis, aber da waren es auch nur 20 Minuten mit dem Fahrrad.

Das Konzert war fantastisch, Abdullah Ibrahim spielte zwei lange Improvisationen mit vielen Themen aus seinen vielen Kompositionen. Etwas stoerend waren nur die Kellner, die die ganze Zeit Essen und Getraenke servierten. Da ist das Bimhaus doch besser, Restaurant und Konzerthalle sind dort getrennt. Schliesslich gehe ich zu einem Konzert, um Musik zu hoeren und nicht um zu essen, jedenfalls nicht waehrend des Konzerts.
Abdullah Ibrahim habe ich vor ziemlich genau fuenf Jahren in Passau zum ersten Mal gesehen. Damals sind wir nach dem Konzert mit einer kleinen Gruppe von Leuten (ich war mit dem Konzertveranstalter befreundet) mit Abdullah Ibrahim in einem indischen Restaurant essen gegangen. Das Restaurant war eigentlich schon geschlossen, aber der Inhaber hat extra fuer uns noch gekocht. Abdullah Ibrahim erzaehlte Anekdoten aus dem taeglichen Leben in Suedafrika, etwa wie zwei einen dritten im Rollstuhl in ein Amt schoben um die Rente fuer alle drei zu kassieren, und der Beamte bei naeherer Betrachtung des Rollstuhlinsassen feststellte: "Der ist doch schon tot!"

Das Konzert war fantastisch, Abdullah Ibrahim spielte zwei lange Improvisationen mit vielen Themen aus seinen vielen Kompositionen. Etwas stoerend waren nur die Kellner, die die ganze Zeit Essen und Getraenke servierten. Da ist das Bimhaus doch besser, Restaurant und Konzerthalle sind dort getrennt. Schliesslich gehe ich zu einem Konzert, um Musik zu hoeren und nicht um zu essen, jedenfalls nicht waehrend des Konzerts.
Abdullah Ibrahim habe ich vor ziemlich genau fuenf Jahren in Passau zum ersten Mal gesehen. Damals sind wir nach dem Konzert mit einer kleinen Gruppe von Leuten (ich war mit dem Konzertveranstalter befreundet) mit Abdullah Ibrahim in einem indischen Restaurant essen gegangen. Das Restaurant war eigentlich schon geschlossen, aber der Inhaber hat extra fuer uns noch gekocht. Abdullah Ibrahim erzaehlte Anekdoten aus dem taeglichen Leben in Suedafrika, etwa wie zwei einen dritten im Rollstuhl in ein Amt schoben um die Rente fuer alle drei zu kassieren, und der Beamte bei naeherer Betrachtung des Rollstuhlinsassen feststellte: "Der ist doch schon tot!"
Samstag, 11. April 2009
Waeschestaender kollabiert
Heute ist das passiert, was schon lange zu befuerchten war: Mein amerikanischer Waeschestaender ist unter der Last von zwei frisch gewaschenen Jeans und einigen T-Shirts zusammengebrochen (siehe Bild rechts). Ursache war eine der Stangen, die sich aus einem Verbindungsglied geloest hatte, das gleichzeitig auch als Verankerung fuer den Klappmechanismus dient. Bei der Robustheit dieser Konstruktion aus Holz und angeheftetem Plastik eine echte Sollbruchstelle (wer sich das ausgedacht hat...). Vielleicht hatte aber auch der starke Wind eine gewisse Mitschuld. Gluecklicherweise gelang es mir mit wenig Aufwand, das geloeste Endstueck wieder auf der Stange zu fixieren, so dass der Waeschestaender jetzt wieder steht (wenn auch immer noch ein wenig wackelig):
Montag, 2. Februar 2009
San Francisco Tape Music Festival
Dieses Wochenende, genauer gesagt von Freitag bis Sonntag, fand in San Francisco das jaehrliche Tape Music Festival statt, veranstaltet vom San Francisco Tape Music Collective. In drei Konzerten, jeweils von 20 Uhr bis ca. 22 Uhr, wurden Kompositionen elektronischer Musik und Musique Concrete sowohl von beruehmten, zumeist verstorbenen Komponisten (Pierre Schaeffer, Vladimir Ussachevsky, Gyoergy Ligeti, John R. Pierce, Luciano Berio, Olivier Messiaen, Iannis Xenakis, Edgard Varese) als auch juengerer, noch lebender Komponisten, zumeist auch in der Bay Area ansaessig, vorgefuehrt.
Das muss man sich so vorstellen: In einer ehemaligen Fabrikshalle, jetzt ein Ort kuenstlerisch schaffender Entfaltung, sind an den Waenden rund um die Zuhoerer 22 Lautsprecher aufgestellt. In der Mitte steht ein grosses Mischpult mit einem Computer. Die Musikstuecke sind als Audiodateien abgespeichert. Das Licht wird ausgemacht, es ist fast komplett dunkel. Der Komponist (falls noch lebend und anwesend) oder ein Mitglied des Tape Music Collective (in Vertretung) startet die Komposition und verteilt mit Hilfe des Mischpultes die 1-12 Spuren auf die Lautsprecher. Als Zuhoerer hat man also ein echtes Surround Sound Erlebnis.
Dieses Jahr stand das Festival im Zeichen gleich mehrerer Jubilaeen: Vor 60 Jahren veranstaltete Pierre Schaeffer das Concert de Bruits, das erste Konzert der Musique Concrete. Vor 51 Jahren, auf der Weltausstellung 1958 in Bruessel, wurden im Philips Pavilion die beiden Stuecke Concret PH (Iannis Xenakis) und Poeme Electronique (Edgard Varese), heute Meilensteine der elektronischen Musik, uraufgefuehrt.
Viele der heutigen Komponisten von Computermusik sind, wie die Urvaeter der elektronischen Musik, Softwareingenieure, Radiotechniker oder Programmierer oder lehren an bekannten Musikhochschulen wie dem Mills College in Oakland.
Das muss man sich so vorstellen: In einer ehemaligen Fabrikshalle, jetzt ein Ort kuenstlerisch schaffender Entfaltung, sind an den Waenden rund um die Zuhoerer 22 Lautsprecher aufgestellt. In der Mitte steht ein grosses Mischpult mit einem Computer. Die Musikstuecke sind als Audiodateien abgespeichert. Das Licht wird ausgemacht, es ist fast komplett dunkel. Der Komponist (falls noch lebend und anwesend) oder ein Mitglied des Tape Music Collective (in Vertretung) startet die Komposition und verteilt mit Hilfe des Mischpultes die 1-12 Spuren auf die Lautsprecher. Als Zuhoerer hat man also ein echtes Surround Sound Erlebnis.
Dieses Jahr stand das Festival im Zeichen gleich mehrerer Jubilaeen: Vor 60 Jahren veranstaltete Pierre Schaeffer das Concert de Bruits, das erste Konzert der Musique Concrete. Vor 51 Jahren, auf der Weltausstellung 1958 in Bruessel, wurden im Philips Pavilion die beiden Stuecke Concret PH (Iannis Xenakis) und Poeme Electronique (Edgard Varese), heute Meilensteine der elektronischen Musik, uraufgefuehrt.
Viele der heutigen Komponisten von Computermusik sind, wie die Urvaeter der elektronischen Musik, Softwareingenieure, Radiotechniker oder Programmierer oder lehren an bekannten Musikhochschulen wie dem Mills College in Oakland.
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