Dieses Wochenende, genauer gesagt von Freitag bis Sonntag, fand in San Francisco das jaehrliche Tape Music Festival statt, veranstaltet vom San Francisco Tape Music Collective. In drei Konzerten, jeweils von 20 Uhr bis ca. 22 Uhr, wurden Kompositionen elektronischer Musik und Musique Concrete sowohl von beruehmten, zumeist verstorbenen Komponisten (Pierre Schaeffer, Vladimir Ussachevsky, Gyoergy Ligeti, John R. Pierce, Luciano Berio, Olivier Messiaen, Iannis Xenakis, Edgard Varese) als auch juengerer, noch lebender Komponisten, zumeist auch in der Bay Area ansaessig, vorgefuehrt.
Das muss man sich so vorstellen: In einer ehemaligen Fabrikshalle, jetzt ein Ort kuenstlerisch schaffender Entfaltung, sind an den Waenden rund um die Zuhoerer 22 Lautsprecher aufgestellt. In der Mitte steht ein grosses Mischpult mit einem Computer. Die Musikstuecke sind als Audiodateien abgespeichert. Das Licht wird ausgemacht, es ist fast komplett dunkel. Der Komponist (falls noch lebend und anwesend) oder ein Mitglied des Tape Music Collective (in Vertretung) startet die Komposition und verteilt mit Hilfe des Mischpultes die 1-12 Spuren auf die Lautsprecher. Als Zuhoerer hat man also ein echtes Surround Sound Erlebnis.
Dieses Jahr stand das Festival im Zeichen gleich mehrerer Jubilaeen: Vor 60 Jahren veranstaltete Pierre Schaeffer das Concert de Bruits, das erste Konzert der Musique Concrete. Vor 51 Jahren, auf der Weltausstellung 1958 in Bruessel, wurden im Philips Pavilion die beiden Stuecke Concret PH (Iannis Xenakis) und Poeme Electronique (Edgard Varese), heute Meilensteine der elektronischen Musik, uraufgefuehrt.
Viele der heutigen Komponisten von Computermusik sind, wie die Urvaeter der elektronischen Musik, Softwareingenieure, Radiotechniker oder Programmierer oder lehren an bekannten Musikhochschulen wie dem Mills College in Oakland.
Montag, 2. Februar 2009
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